Vier digitale Säulen für gesellschaftliche Verbesserungen

Dies ist der dritte von drei Teilen meines Gastbeitrages (PDF) im BBE Newsletter Nr. 6. Im ersten Teil “Drei Vorteile von Sozialen Medien für das Engagement” habe ich die Mechaniken von Sozialen Medien erläutert. Im zweiten Teil “Drei Schritte zum Engagement mit Sozialen Medien” gab ich einen Anstoß um Soziale Medien zu nutzen.

Das Internet ermöglicht es nicht nur Informationen zu verbreiten, sondern vereinfacht auch Aktionen zu planen und zu realisieren. Die partizipative Kommunikation ermöglicht es, Menschen auf einer nie zuvor möglichen Weise zu mobilisieren und so eine tatsächliche Verbesserung der Gesellschaft außerhalb des Internets zu realisieren.

Online kommunizieren, offline agieren

Ein schönes Beispiel war die Aktion „Geflüchtete willkommen in Bielefeld“, bei der ein Flüchtlingsheim renoviert wurde. Die Aktion entstand aus der Idee, 10 Mitstreiter zu finden, um das Flüchtlingsheim neu zu streichen und wohnlicher zu machen. Das Internet und insbesondere Soziale Medien wurden genutzt, um Mitstreiter zu mobilisieren. Die Resonanz auf den Aufruf war überwältigend. 70 Freiwillige hatten ihre Freizeit geopfert, um das Flüchtlingsheim zu verschönern.

Soziale Medien sind nicht das einzige neue, mit dem Internet möglich gewordene, Werkzeug. Genau genommen sind sie eher ein Multiplikator für andere Aktivitäten im und außerhalb des Internets. Soziale Medien verstärken die Aufmerksamkeit für das, was an andere Stelle geschieht.

Vier digitale Säulen

Wenn man Sozialen Medien nutzt stellt man oft fest, das es noch viele andere Werkzeuge gibt, die die partizipative Kommunikation des Internet nutzen. Um gesellschaftliche Verbesserungen mit dem Internet zu unterstützen, sollte man auf die folgenden vier digitalen Säulen aufbauen.

  • Partizipation / kommunizieren
  • Crowdfunding / finanzieren
  • Online-Petitionen / unterstützen
  • Engagement fördern / handeln

Partizipation / kommunizieren

Soziale Medien sind nur der erste Schritt, um das Engagement zu fördern und reale Änderungen in der Gesellschaft zu ermöglichen. In den nächsten Jahren wird es immer mehr Werkzeuge geben, die die Partizipation des Internet nutzen, um ihre Wirkung in sichtbaren Veränderungen, außerhalb des Internets, zu entfalten. Im folgenden werden einige dieser bereits bestehenden Werkzeuge vorgestellt, die ohne das Internet und die dadurch geförderte Partizipation nicht möglich wären.

Crowdfunding / finanzieren

Crowdfunding ermöglicht es, die Finanzierung einer Idee mit der Hilfe von einer Vielzahl an (privaten) Kapitalgebern zu realisieren.

Online-Petitionen / unterstützen

Online-Petition nutzen das Internet, um die Unterstützung für ein Thema kenntlich zu machen und es durch die Masse an Unterzeichner in den Fokus zu rücken.

Engagement fördern / handeln

Es gibt eine Reihe von Plattformen, die das Ziel haben, durch die Partizipation im Internet neue Arten von Engagement zu ermöglichen und zu fördern.

  • wheelmap.org – Bei dem Kartierungsprojekt wheelmap.org kann jeder die Rollstuhltauglichkeit von Orten bewerten.
  • youvo.org – Auf youvo.org können Kreative ihr Wissen für soziale Projekte einbringen.
  • helpteers.net – Das von mir gestarteten helpteers.net macht Engagement online sichtbar, um offline etwas zu bewegen.
  • socialbar.de – Socialbars nutzen dezentral organisierte lokale Treffen als Anstoß für die online Vernetzung, wodurch Aktionen geplant werden, die etwas offline bewegen.

Alle diese Werkzeuge nutzen Soziale Medien, um die Reichweite zu erhöhen und funktionieren aufgrund der verstärkten Partizipation im Internet. Ich finde es sehr schade, dass immer noch viele soziale Organisation und engagierte Menschen diese neuen Möglichkeiten nicht ausschöpfen, um ihre Ziele zu erreichen und somit die Welt zu verbessern.

Macht was, bewegt was!

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