Technologie im Alter

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Ich habe mich für das openTransfer CAMP zum Thema Demografie am 9. Mai 2014 in Köln angemeldet. Als Vorbereitung auf das Barcamp habe ich mich gefragt: Wie kann Technologie den Alltag von älteren Menschen verbessern?

Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern

Ich denke vor allem im Alltag gibt es noch viele Möglichkeiten wie Technologie im Alter helfen kann. Hier ein paar Beispiele und Ideen, die mir eingefallen sind. Anfangen möchte ich mit zwei Beispielen, die es noch nicht gibt, die aber jetzt schon entwickelt werden könnten:

Hausnotruf mit dem Smartphone: Smartphones haben heute eine Vielzahl von Sensoren. Einer dieser Sensoren, der in fast jedem Smartphone zu finden ist, registriert sämtliche Bewegungen des Smartphones. Gemeint sind damit nicht Positionsänderungen, sondern z.B. Kipp-, Dreh- oder Auf- und Abbewegungen. Wenn das Smartphone tagsüber in der Tasche getragen wird, könnte ein Fall der Person und anschließende Regungslosigkeit registriert werden und so ein Notruf ausgelöst werden.

MyHelper: Die App MyTaxi hat verändert, wie viele sich ein Taxi rufen. Man schaut mit der App nach, wo in der Umgebung ein Taxi steht, welche Ausstattung es hat und wie der Fahrer bewertet ist. Auf ähnliche Weise könnte es auch möglich sein, sich helfende Hände in seiner Nähe zu rufen. Wenn man zum Beispiel in der Stadt ist und doch mehr eingekauft hat, als man tragen kann, könnte man z.B. in der App nachschauen, ob jemand in der Nähe – gegebenenfalls gegen Bezahlung – dazu bereit ist, zu helfen. Für die Helfer könnte es durch Gamification interessant gemacht werden, zu helfen, so dass daraus eine Art Pfadfinder 2.0 wird. Mit einem Bewertungssystem wie bei eBay oder MyTaxi könnte diese Art von ad-hoc Hilfe auch sicher ablaufen.

Technologie der Zukunft für ältere Menschen

Wenn ich mich selber als einen alten Menschen vorstelle, bin ich immer noch agil und unternehmenslustig und nehme am Leben in der Gesellschaft teil. Doch was ist, wenn der Körper nicht mehr so will wie der Geist?

Lupe in der Brille: Ich denke, eine eingebaute Lupe in der Brille wird bald schon nichts besonderes sein. Um dies vorher zu sagen, muss man nur die bereits bestehenden Lupen Apps für Smartphones mit der Google Glas vereinen.

Zukunft der Mobilität

Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Oma einen Rollator bekommen hat. Zu dem Zeitpunkt waren diese sehr nützlichen Gefährte noch weniger verbreitet. Daher hatte sich meine Oma erst etwas dagegen gesträubt. Doch schon nach kurzer Zeit hatte sie ihn als sehr nützlich empfunden und immer benutzt. Heutzutage sind Rollatoren Normalität. Manchmal habe ich mir schon bei einem langen Einkauf in einer belebten Stadt gewünscht, so einen Rollator dabei zu haben, um mich einfach mal hinsetzten zu können.

Exoskelett: Ich denke, die technische Weiterentwicklung des Rollators ist das Exoskelett für die Beine. Das hört sich sehr nach Sciencefiction an, aber wenn man sich die Entwicklung in der Sensorik (z.B. Myo ein Armband für Gestensteuerung), der Mikroelektronik (z.B. Quadrocopter, die selbst bei Wind ihre Position halten) und der Materialentwicklung (z.B. die Beinprothesen der Läufer bei den Paralympics oder Künstliche Muskeln) anschaut und sie kombiniert, klingt die Idee nicht mehr so abwegig. Die Realisierung eines solchen Exoskelettes ist einfacher als einen laufender Roboter zu entwickeln. Einmal gelernt, kann der Mensch ohne darüber nachzudenken, gehen, obwohl das Gehen eine sehr komplexe Tätigkeit ist. Ein Exoskelett benötigt nur gute Sensoren, um die Bewegung zu erkennen, um dann die fehlende Kraft und die damit einhergehend Unsicherheit zu kompensieren. Ich hoffe, dass die Technik für ein Exoskelett, bis ich alt bin, ausgereift und erschwinglich ist.

Macht dir diese Vorstellung Angst oder ist es für dich eine logische Weiterentwicklung wie die von der Kutsche zum Auto? Du kannst mir gerne einen Kommentar schreiben oder mit mir auf dem openTransfer CAMP diskutieren.

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6 Responses to "Technologie im Alter"

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